Bänder zu teuer ?

Wenn man durch das Internet suft oder über Märkte schlendert, wird man sehen können, dass gewebte Borten meistens nicht unter 12 bis 15,- Euro zu haben sind, obwohl diese oftmals unscheinbar aussehen.

Diese Preise sind, meiner Meinung nach, fast schon zu preisgünstig, auch wenn einige Interessenten im kollektivem Gejammer ausbrechen. Klar, für eine Tunika muß man gut 4 bis 5 Meter Borte einrechnen. Wer möchte da schon ab 60,- Euro nur für Zierrat bezahlen ? In Zeiten des HartzIV und Mindestlohn, wo es vielen gar nicht mehr so gut geht, ist das verständlich.

Aber es ist auch zu bedenken, dass
  •  ... hier noch wirkliche Handarbeit geleistet wird. Oft sind die Borten, die man in den Portalen findet, als Beispiel gedacht. Die Anbieter bieten oft an, die Borten auch nach Kundenwunsch zu weben. 
  • Handarbeit sollte man gebührend wertschätzen, zumal jeder viel Liebe in seine Werkstück steckt. Auch kleine Unregelmäßigkeiten sind in Ordnung, denn daran sieht man, dass das Band nicht maschinell hergestellt wurde.
  • ... Handarbeit ihre Zeit kostet. Es gibt Muster und Techniken, die von Haus aus komplizierter zu weben sind.  
Trotz allem muß es für alle Beteiligten fair bleiben. Damit meine ich zum Beispiel:
  • Den Bauer, der seine Schafe als "Wollieferant" möglichst artgerecht hält.
  • Den Plantagenbesitzer und deren Mitarbeiter, die Baumwolle oder Flachs anbauen und verarbeiten.
  • Der Händler, der die Borte webt und verkauft.
  • Der Käufer

 Warum also solche Preise ?

Ganz einfach, weil jeder von seiner Hände Arbeit leben möchte / muß. Dieser Satz klingt jetzt erst einmal für einige befremdlich.

Gewerblich oder nur Hobbyüberschuß ?

Wenn wir das Gesetz bemühen, dann muß jede gewerbliche Tätigkeit angemeldet werden. Was "gewerblich" ist, sollte jeder bei einem Rechtsanwalt abklären lassen. Nichtwissenheit schützt vor Strafe nämlich nicht.

Auftragsarbeiten, für die man Geld bekommt, egal für wen man diese anfertigt, sind gewerblich und kein "Hobby-Überschuß".

Was muß ein Händler bei der Gestaltung seiner Preise einkalkulieren ?

Wenn ein Händler etwas verkauft, muß er vorher anteilmässig einkalkulieren, was an Unkosten abgeht. Unkosten sind beispielsweise
  • Betriebskosten (u.a. Miete, Mietnebenkosten, Stromkosten, Lohnkosten, Standgebühr)
  • Versicherungen (Krankenkasse, Altersversorgung, Autoversicherung, Betriebshaftpflicht, Brandschutzversicherung etc.) 
  • Materialkosten
  • Porto, Verpackung
Rechnet Euch selbst aus, wieviel man verkaufen muß, um von einem selbständigem Gewerbe leben zu können.

Alternativen ?

... gibt es selbstverständlich. SELBST die Techniken in Kursen lernen, um das Gewünschte selber zu weben.