Gürtel "Mánaskin"

Man kann sehr viele schöne Dinge mit gewebten Bändern dekorieren oder anfertigen. Ich werfe nur ein paar wenige Stichworte hierzu in den Raum: Hutbänder, Gitarrenbänder, Zierde auf Trachten oder Alltagskleidung, Verwendung als Beinwickel, Zaumzeug, Hundehalsband oder auch Gürtel.

Ich wollte einen brettchengewebten Gürtel zu meiner Festtagsschürze haben. Meine Anforderungen an den Gürtel waren:
  • Er soll farblich zu meiner Schürze passen. Meine Schürze ist vom Grundton her blau, somit soll der Grundton auch ein blau sein.
  • Schön ist ein „Sternenmotiv“, weil die Sterne eine besondere Bedeutung bei der Seefahrt haben, denn sie dienen der Orientierung. Nicht zuletzt sind meine Lieblingsfarben auch eher die „Nachtfarben“ also blau und silber.
  • Der Gürtel soll preisgünstig, haltbar sein und zudem soll er auch im Lageralltag etwas aushalten. Somit entschied ich mich für ein Baumwollgarn, was diese Eigenschaften erfüllen wird.
Mir fiel eine wunderschöne brettchengewebte Borte bei Julia am Gewand auf. Sie gab mir freundlicherweise das Muster, und sagte mir, dass sie es etwas abgewandelt hätte.

Das ursprüngliche Muster stammt aus dem Musterbuch Nr. 01 auf Seite 06 von "Die Spindel", also von Sandra Mohr.

So wie auf dem Bild links kenne ich die Farben (braun, hellbraun oder beige, elfenbeinweiss, blau).

Drehrythmus:
Webbrettchen im Rhythmus 4/4 (= 4x zum Weber hin / 4x zum Weber weg) webt:

S und Z wird auch öfters mit Pfeilen in Musterpatronen dargestellt.

Dabei gilt:
  • S entspricht <-
  • Z entspricht ->
Merken kann man sich:
  • S = Einziehen von vorne nach hinten
  • Z = Einziehen von hinten nach vorne
 Variation des Musters – "Sterne am Himmel"

Wenn man dieses Muster sieht, dann ist das mit Fantasie schon ein „Sternenmuster“. Man muß eigentlich nur die Farben etwas ändern in der Musterpatrone, und dann kommt dieses bei heraus:

Webbrettchen im Rhythmus 4/4 (= 4x zum Weber hin / 4x zum Weber weg) weben.

Variation Muster – Muster Mánaskin

Dieses Muster heißt „Mánaskin“, also „Mondschein“, weil ich dieses Muster das erste Mal bei Vollmond gewebt habe. Es ist eines meiner Lieblingsmuster. So wirklich gefallen hat mir die Sternenvariation auch nicht, und so entschied ich mich für eine völlig andere Variante. Dabei muß die Musterpatrone dann so aussehen:

Musterpatrone Manaskín
Ich habe das eigentliche Muster nur zweifarbig in den Farben dunkelblau und elfenbeinweiß gewebt.

Der Webrhythmus ist 4 / 4, aber auch 7 / 7 ist sehr interessant. Was hübscher ist, ist dann natürlich Geschmackssache :-)


Man braucht nun noch von einem Schmied eine Gürtelschnalle in D-Form. Borte etwas durch die Gürtelschnalle schieben und gut festnähen.

Am anderen Ende kann man einen schönen Abschluß mit Flechten oder ähnlichem machen.

Tipps

Man muß auf folgendes achten:
  • Webbrettchen gleichmäßig drehen und dabei auf den Webrythmus
  • achten
  • Ordentlich anschlagen und auf gleichmässige Webränder achten
  • Auf Einzugsrichtung achten
  • Länge des Gürtels, falls ein Gürtel nachgewebt wird
 Viel Spaß beim Nachweben !

  • © Nicole Müller
  • Version 1.0 vom 15. Mai 2006